Privat verkaufen kostet nichts
Seit dem 1. März 2023 ist das Verkaufen auf eBay.de für private Verkäufer innerhalb Deutschlands kostenlos: keine Angebotsgebühr, keine Verkaufsprovision. Kosten entstehen nur, wenn du Zusatzoptionen buchst, dein Angebot bewirbst oder ins Ausland verkaufst. Umso mehr lohnt es sich, Keller, Dachboden und Kinderzimmer auszumisten.
Vor dem Verkauf: prüfen und Preis finden
Nimm den Artikel noch einmal genau unter die Lupe: Funktioniert alles? Sind alle Teile da – beim Puzzle jedes Teil, beim Gerät Netzteil, Kabel und Fernbedienung? Elektronik verkauft sich deutlich besser komplett mit Zubehör und Anleitung. Macken und Gebrauchsspuren gehören in die Beschreibung und am besten auch aufs Foto.
Den realistischen Preis findest du über die eBay-Suche: Such nach deinem Artikel und setz in den Filtern den Haken bei „Verkaufte Artikel“. Dann siehst du, was andere tatsächlich dafür bekommen haben – nicht nur, was sie sich erhoffen. Eine gute Gegenprobe: Was würdest du selbst dafür zahlen?
Auktion oder Festpreis?
Eine Auktion passt, wenn du den Wert nicht genau kennst, schnell verkaufen möchtest oder etwas Seltenes anbietest – dann bestimmen die Bieter den Preis. Ein Festpreis („Sofort-Kaufen“) lohnt sich, wenn du den Wert kennst, mehrere gleiche Artikel hast oder das Angebot länger als zehn Tage sichtbar sein soll.
Bei Auktionen gilt: Lege den Startpreis so fest, dass du auch damit leben kannst, wenn nur ein einziges Gebot kommt. Denn genau solche Angebote – ohne Gebot kurz vor Schluss – listen wir auf dieser Seite für Schnäppchenjäger.
Fotos: in drei Schritten zum guten Bild
Gute Fotos sind der wichtigste Faktor für einen guten Preis. eBay erlaubt bis zu 24 Fotos pro Angebot kostenlos – nutze das aus.
1. Neutraler Hintergrund
Ein Bogen weißer Karton, an der Wand hochgebogen, ergibt eine nahtlose Hohlkehle wie im Fotostudio – ganz ohne Bildbearbeitung. Fotografiere bei Tageslicht in Fensternähe, ohne Blitz.
2. Inszenieren ist alles
Kleidung wirkt am besten auf einer Schneiderpuppe, auf einem Bügel oder getragen – das Gesicht muss nicht ins Bild. So sehen Käufer Passform und Proportionen. Keine Rahmen, Texte oder Logos ins Foto setzen.
3. Details und Mängel zeigen
Fotografiere den Artikel von allen Seiten, dazu Markenetikett, Größenschild und Seriennummer. Kratzer und Gebrauchsspuren gehören ebenfalls aufs Bild – das schafft Vertrauen und erspart Diskussionen nach dem Kauf.
Das Angebot erstellen
- Titel: bis zu 80 Zeichen, ohne Tippfehler. Erst die Art des Artikels, dann Marke, Modell, Größe und Farbe – genau die Begriffe, nach denen Käufer suchen.
- Kategorie und Artikelmerkmale: die passendste Kategorie wählen und alle Merkmale ausfüllen. Damit taucht dein Angebot in den Suchfiltern auf.
- Beschreibung: Fakten statt Floskeln – Zustand, Maße, Material, Farbe, Herkunft und ggf. Neupreis. Bei Kleidung die gemessenen Maße angeben.
- Fremde Marken nicht als Suchbegriff missbrauchen: „wie Levi's“ im Titel eines No-Name-Artikels ist nicht erlaubt.
- Bearbeitungszeit: realistisch angeben, wie schnell du nach Zahlungseingang verschickst – und dich daran halten.
- Rücknahme: Auch als Privatverkäufer eine Rücknahme anzubieten, macht Käufer mutiger und wird von eBay in der Suche positiv bewertet.
Das richtige Timing
- Wochentag: Sonntags stöbern die meisten Käufer – ein Auktionsende am Sonntagabend ist der Klassiker.
- Uhrzeit: Kein Ende mitten in der Nacht oder früh am Morgen. Genau dann laufen nämlich die Auktionen ohne Gebot aus, die wir hier für Schnäppchenjäger sammeln.
- Monatsanfang: Nach dem Gehaltseingang sitzt das Geld lockerer als am Monatsende.
- Großereignisse meiden: Läuft gerade ein wichtiges Fußballspiel oder ein TV-Großereignis, sind viele Bieter abgelenkt.
- Saison beachten: Gartenmöbel im Frühjahr, Skiausrüstung im Herbst, Kostüme vor Halloween und Fasching – kurz vor der Saison ist die Nachfrage am größten.
Plane die Laufzeit (zum Beispiel 7 oder 10 Tage) rückwärts vom gewünschten Ende.
Nach dem Verkauf
Verpacke sicher, aber nicht übertrieben groß – die Paketgröße bestimmt die Versandkosten. Wer innerhalb von ein bis zwei Tagen nach Zahlungseingang verschickt, bekommt meist eine gute Bewertung.
Alles Weitere läuft über „Mein eBay“: Dort siehst du den Zahlungseingang, kannst Versandetiketten direkt kaufen und drucken – oft günstiger als am Schalter – und die Sendungsnummer wird dem Käufer automatisch mitgeteilt. Wenn du ohne eBay-Etikett verschickst, markiere den Artikel nach dem Versand als „verschickt“ und trage die Sendungsnummer ein.
Service-Tipps
Schnell antworten
Wer Fragen von Interessenten zügig und freundlich beantwortet, verkauft häufiger – und bekommt bessere Bewertungen.
Gewährleistung als Privatverkäufer
Private Verkäufer dürfen die Gewährleistung ausschließen, zum Beispiel mit dem Hinweis „Privatverkauf, keine Gewährleistung“. Das gilt aber nicht für Mängel, die du kennst und verschweigst – ehrlich beschreiben ist deshalb die beste Absicherung. Im Zweifel hilft eine Rechtsberatung.
Versichert verschicken
Bei Privatverkäufen trägt grundsätzlich der Käufer das Versandrisiko – trotzdem kommen Angebote mit versichertem, nachverfolgbarem Versand besser an. Bewahre den Einlieferungsbeleg auf: Geht das Paket verloren, ist er der Nachweis gegenüber dem Versanddienst.
So geht's – und so nicht
Und wenn du selbst auf Schnäppchenjagd gehen willst: Hier geht es zu allen Auktionen ohne Gebot nach Kategorie.